schul-frei-Konferenz 2018 - Programm

Begrüßung

10:00 Uhr

C116

Philipp Stahl, Johanna Schink

Wir heißen alle Teilnehmenden der ersten schul-frei-Konferenz in der Hochschule bonn-Rhein-Sieg willkommen. Die Themen und Beiträge unserer kleinen Konferenz stellen wir kurz vor und lernen einander etwas kennen.

Die unfreie Lehrkraft mit demokratisch-pluralistischem Bildungsauftrag

10:30 Uhr

C116

Adrian Salamon

Wir leben und arbeiten in einer dystopischen Welt, in der proprietäre Software alles dominiert. Hausaufgaben gibt's per Dropbox, Klausurergebnisse per Facebook und die Klassenfahrt wird offiziell über WhatsApp organisiert. Aber auch während des Unterrichts dominieren unfreie Systeme und Werkzeuge und unsere Lern- und Arbeitsweisen. Ist das alles mit den Zielen digitaler Medienbildung konform? Könnte Freie Software uns aus diesem Gefängnis der Abhängigkeit befreien?

Beobachtungen aus der Perspektive der Schulinformatik.

Musikunterricht mit Linux Audio

11:30 Uhr

TBA

Nils Hilbricht

In diesem 20 minütigen Vortrag möchte ich von meinem Musikunterricht berichten, in dem ich Kinder und Jugendliche mit Linux-Audio Systemen Musik und Hörspiele produzieren lasse. Dabei gehe ich auf die das pädagogische Konzept, technische und musikalische Voraussetzungen, Arbeitsaufwand des Lehrers und schliesslich Vorteile und Nachteile ein.

Es gibt auch ein Musikbeispiel!

ShellTux - Das Interaktive Bash-Tutorium

11:30 Uhr

TBA

Gregor Mitsch

Spielerisch die Bash-Kommandozeile kennenlernen und dabei auch etwas über GNU/Linux-Systeme und Programmieren lernen. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 - 13 für einen spielerischen Einstieg in folgende Themen: Bash-Shell, Dateien und Verzeichnisse, ..., Programmieren. Besondere Merkmale: - "Offline first"

  •  Das Programm kann ohne Internetverbindung verwendet werden (außer Aufgaben erfordern Internet). Kann im Klassennetzwerk per SSH verwendet werden, wenn mindestens 1 Linux-Rechner vorhanden ist.
  •  Alles wird mit Freier Software umgesetzt
  •  Primärer Sprachraum ist Deutsch
  •  Weiteres und Screenshots siehe README.md


Ich bin der Entwickler von ShellTux und verwende es in einer Informatik-AG. In meinem Vortrag möchte ich das Programm vorstellen, die Ideen dahinter und die Erfahrungen, die ich damit gemacht habe.

Blockly: Open-Source-Modul in einem Informatik-Schülerwettbewerb

12:00 Uhr

TBA

Dr. Wolfgang Pohl

Der Jugendwettbewerb Informatik (kurz: JwInf) wurde zum ersten Mal im Jahr 2017 durchgeführt. Damit ist er der jüngste unter den "Bundesweiten Informatikwettbewerben", zu denen außerdem der Bundeswettbewerb Informatik und der Informatik-Biber gehören. In den Online-Runden des JwInf sind kompakte Programmieraufgaben zu bearbeiten, die knifflig sein können, aber alle mit grundlegenden Programmbausteinen zu lösen sind. Die Lösungsprogramme werden dabei in Blockly erstellt, einer Library für beliebig gestaltbare Programmierbausteine. Wir zeigen, wie die Flexibilität von Blockly die Gestaltung eines Programmierwettbewerbs für Einsteiger und passender Lernangebote positiv beeinflusst.

o++o - Die Programmiersprache für die Schule

12:00 Uhr

TBA

Dr. rer. nat. habil. Klaus Benecke

o++o (ottoProgrammierSprache siehe ottops.de) ist eine Programmiersprache für Otto Normalverbraucher. Sie wurde ursprünglich entworfen um SQL zu verbessern. Man kann mit ihr aber nicht nur Anfragen sondern auch beliebige Berechnungen durchführen. o++o behandelt die alten strukturierten Tabellen und Dokumente auf neue Weise, indem es neue leistungsfähige Operationen zur Verfügung stellt. o++o Programme sind wie Kochrezepte: Nach dem ersten Schritt tue den zweiten,... . Die vom methodischen Standpunkt so einfachen Programme (keine Iteration; keine echte Rekursion; keine verschachtelten Anweisungen) sind dennoch sehr ausdrucksstark, da die Einzelschritte vielfältige Möglichkeiten erlauben. o++o wurde erfolgreich an Gymnasien und sogar an einer Sekundarschule (9. Klasse) getestet. Der wichtigste Grundalgorithmus (gib-Anweisung) ist einfacher als der Multiplikationsalgorithmus für Dezimalzahlen. Sogar Vorschulkinder können ihn anwenden. o++o verfügt über eine besonders einfache kompakte Syntax (wenig Klammern, unäre Operationen postfix, die anderen Operationen infix). Da sie Anfragen an beliebige Tabellen und Dokumente erlaubt, ist sie für jedes Fach und vielleicht sogar für jede Klassenstufe interessant. o++o ist algebraisch fundiert, weshalb die Vermittlung der Konzepte im Mathematikunterricht erfolgen sollte, wie auch der Mathematikunterricht die Grundlagen für das Rechnen mit dem Taschenrechner legt.

Mittagspause

12:30 Uhr

TBA

Unterbrechung des Programms für eine Mittagspause. Snacks stehen im Foyer zur Verfügung, außerdem hat die Mensa der Hochschule geöffnet.

Die Mittagspause eignet sich hervorragend zum interaktiven Austausch. Hierzu wird auch ein Rechnerraum geöffnet sein, um praktische Beispiele zeigen zu können und freie Software ausprobieren zu können.

DSGVO-Selbsthilfegruppe

13:30 Uhr

TBA

Phillip Stahl

Die EU-Datenschutzgrundverordnung ist zwar eine neue Rechtsvorschrift der Europäischen Union, im Bezug auf das deutsche Datenschutzrecht jedoch grundlegend nichts neues. Dennoch sorgt sie seit dem Beginn der Durchsetzung allerorts für Herausforderungen und vor allem Unklarheiten und Ängste, so nicht unwesentlich auch im Bildungsbereich.

In der DSGVO-Selbsthilfegruppe möchten wir das Thema Datenschutz in der Schule zusammenfassen und allen Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, konkrete Fälle darzustellen, zu besprechen und Risiken, Möglichkeiten und Lösungen zum Vorgehen zu erörtern.

Gute Schule 2030?

13:30 Uhr

TBA

David Klein

Das Programm "Gute Schule 2020" wirft bei einigen Schulverwaltungen
und Schulträgerverwaltungen große Fragen auf: Welche Investition in Hard- und Software ist
sinnvoll, welche Investition wird vom Kollegium getragen? Werden iPad-Koffer und co.
benutzt, oder versauern diese im Schulleitungsbüro? Woran scheitert der Umgang mit
digitaler Technik in der Regel? Was braucht die digitale Lehrkraft wirklich?
Verpufft das bereitgestellte Geld in gut klingenden Leuchtturmprojekten?

Im Kurzvortrag soll ein Einblick in die praktischen Entscheidungen der Schulverwaltung
gegeben werden. Hierbei wird am Beispiel der Bischöflichen Marienschule Mönchengladbach
die besonderen Möglichkeiten im Einsatz von OpenSource Software beschrieben. Insbesondere
die Nachhaltigkeit, der Wartungsaufwand und die ungefähren Inverstitionsvolumina werden im
Vergleich zur proprietären Lösung in Relation gesetzt. Abschließend soll die Frage, in wie
weit 2030 die Investitionen von heute noch nachwirken können, beleuchtet werden.

Schulnetzwerk befreien - Aufräumen mit Vorurteilen und Ängsten

14:00 Uhr

TBA

Dominik George

Große Softwarekonzerne regieren die Bildungslandschaft - ob aufgrund erfolgreichen Marketings, politischer Erwägungen oder aufgrund des Angebots regionaler Supportunternehmen. Viele Lehrkräfte sind überdies bestimmte Technologien von zu Hause gewöhnt und scheuen, oft verständlicherweise, den Umstieg zur Nutzung eines anderen Systems in der Schule.

Doch die Ablösung kommerzieller Produkte ist wichtig, um den pädagogischen Auftrag der Schule sinnvoll umsetzen zu können. Ein so genanntes „Vendor-Lock-In“, also die Festlegung auf ein Produkt eines bestimmten Herstellers, verhindert die differenzierte Aneignung von Medien- und Technikkompetenz sowie den kritischen Umgang mit Werbung, Datenschutz und Privatsphäre.

Dass der Betrieb eines pädagogischen Schulnetzwerks mit freier Software dennoch möglich ist, ohne die Handlungsfreiheit der Nutzer einzuschränken und welche Möglichkeiten es gibt, um allen Lehrkräften und Lernenden die Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie problemlos auch ohne einen Umstieg zu Hause und ohne Kompatibilitätsprobleme arbeiten können, möchten wir hier präsentieren und zu Modellversuchen motivieren.

Stehcafé / Toolshow

15:30 Uhr

TBA

Während im Foyer Kaffee und Kuchen angeboten wird, können Interessierte ihre Ideen udn Projekte austauschen sowie in einem Rechnerraum ihre Lieblingswerkzeuge im Einsatz zeigen.

Angstfreie und offene Medienpädagogik und digitale Partizipation

16:30 Uhr

C116

Johanna Schink, Niels Hradek

TBA

Wie geht es weiter? - Den Freiheitsgesdanken hinaustragen

17:00 Uhr

C116

Teckids e.V.

Digitale Freiheit ist im Jahr 2018 noch immer ein Nischenprodukt, das vorrangig von Aktivistinnen und Hackern vorangetrieben wird. Besonders inder Bildung fehlen noch dazu die Resourcen, um Konzepte zu erarbeiten, Umsetzungen zu erproben und langfristig zu realisieren. Unsere kleien Konferenz soll den Anstoß geben, hier mit Multiplikatoren weiter für Aufmerksamkeit zu sorgen und die Hürden zum Umstieg zu minimieren.

Zum Ende der schul-frei-Konferenz wollen wir gemeinsam planen, wie dieses Vorhaben auf den Weg gebracht werden kann.

Abschluss

17:30 Uhr

C116

Teckids e.V.

Wir bedanken uns für die gemeinsame Konferenz ☺!